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5. Sinfonie (Beethoven) Artikel
Ludwig van Beethovens 5. Sinfonie (Op. 67) gehört zu den berühmtesten Musikstücken der abendländischen Musik wie auch der globalen Tonkunst überhaupt.
Das viersätzige Werk beginnt mit dem prägnanten, eher unorthodoxen Anfangsmotiv, mit dem vielfach die ganze Sinfonie identifiziert wird: die drei markanten Sechzehntel auf G, denen in derselben fortissimo-Tonstärke ein düster-verheißungsvolles langgezogenes Es folgt.
Beethovens „Fünfte“ ist eine musikalisch objektivierte Erzählung von Niederlage und Triumph, vom ewigen menschlichen Schicksalskampf, von Leid und Erlösung. Noch mehr als die 9. Sinfonie mit ihrer „Ode an die Freude“, noch mehr als seine zahlreichen Klaviersonaten , mehr auch als Fidelio und Missa solemnis, symbolisiert die 5. Sinfonie von Beethoven mit ihrem „per aspera ad astra“, ihrem glorreichen Schmerzensweg durch Nacht zu dem Licht, von c-moll nach C-Dur das Wesen der abendländischen Musik wie den abendländischen Seinsbegriff überhaupt und hat Eingangins musikalische Bewusstsein von Milliarden gefunden.----
siehe auch Schicksalsdrama, Gattung (Musik) und Opus
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Das Stück – seine Aufführungsdauer übersteigt selten eine halbe Stunde – beginnt in c-moll. Dem düster-tragischen Hauptmotiv des 1. Satzes (die Legende will, dass Beethoven selbst diese Exposition mit den Worten „So klopft das Schicksal an die Pforte“ kommentiert haben soll) stellt der Komponist nach einer kurzen Überführung das zweite heiter-hoffnungsvolle Thema in der Paralleltonart Es-Dur gegenüber; es beginnt sinnigerweise mit der gleichen Rhythmik, aber einer anderen Tonfolge (dreimal b, einmal es, dann die Kadenzobertöne f und b), und endet nach einer heroisch eingefärbten absteigenden Streicher-Phrase in glücklich-befreindem Es-Dur, unter Umkehrung der Melodik des ersten Themas (nach den drei Sechzehnteln folgt die „obere“ Tonika).
Die Durchführung variiert das Ausgangsmotiv durch verschiedene Tonarten hindurch, bis mit dem „Oboenseufzer“ und der ihm folgenden Fermate der Übergang zur Reprise eingeleitet wird. Diese beginnt mit dem frohen Motiv des zweiten Themas, führt über eine triumphale Stretta zur Wiederaufnahme des ursprünglichen Moll-Tenors und mündet – nach zwei schaurig anmutenden legato-Figuren in den Streichern, die den „Raum“ zwischen f und d füllen – schließlich in einer grandios-fatalistischen Coda auf c-moll.
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Der 2. Satz in As-Dur überrascht den unbefangenen Hörer mit milderen, friedlichen Tönen. In dem Unterschied zu dem gebrochen absteigenden c-moll-Dreiklang des 1. Satzes (g-es-c) verheißt das aufsteigende punktierte Hauptmotiv es-as-c Ruhe und Optimismus. Die Grundstimmung des Satzes ist heiter und singend, ca. zweimal wird die durchgehende sanfte mezzoforte-Dynamik von pompösen, die selbstgewisse, seinsvertrauende Heroik des Finales vorwegnehmenden fortissimo-Klängen durchbrochen. Nach einer retardierenden, auch grübelnden Überleitung schließt der Satz harmonisch in As.
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Der 3. Satz – ein Scherzo, wie es seit Beethoven anstelle des überkommenen Menuetts typisch wird – steht wiederum in c-moll und kontrastiert zu Beginn das ängstlich in Triolen fragende Einleitungsmotiv g-c-es-g-c / es-d-fis-g? und die ihm antwortende zaghafte Dominantfigur – beide in dem leisestmöglichen pianissimo – mit wuchtigen Bläserklängen, die die Teilfigur des 1.-Satz-Themas g-g-g (diesmal als bestimmt-schicksalsgewisse Triole) und das c-moll des fragenden Eingangsmotives in dem stärksten fortissimo wiederaufnehmen.
Dem nun folgenden Zwiegespräch zwischen diesen beiden Themen , das ein markig absteigender c-moll-„Dreiklang“ c-g-c beendet, schließt sich das berühmte, von den Kontrabässen ausgeführte Trio in C-Dur an, anders als der getragene Hauptsatz in rasantem Tempo und dynamisch schließlich in dem pianissimo verebbend.
Hier setzen erst Holzbläser, dann Streicher mit dem Triolen-Motiv aus dem zweiten Thema (Auftakt g-g-g, Schlag eins g) an, nun allerdings in kaum hörbarem pianissimo, bis sich auf dem „Orgelpunkt“ c nach einigen aufsteigend-andeutenden Legato-Figuren ein erst sachtes, dann sich stets mehr verdichtendes, schließlich voranstürmend-energisches Streicher-Tremolo crescendierend zu einer großartigen Stretta aufbaut, die nach einem über zwei Takte durchgehaltenen „stehenden“ Dominant-Septakkord in den heroischen 4. Satz ausbricht.
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Den 4. Satz durchherrscht sein aufsteigendes Siegesthema c-e-g mit der Komplementär-Figur f-e-d-c-d-c, von Beethoven in dem Übrigen der populären Kinderweise: „A, B, C, die Katze lief in dem Schnee“ nachempfunden, wie es für Beethovens Thematik überhaupt nennend ist, höchst gewöhnliche Volksmelodien zu machtvoll-pathetischen Motiven umzugestalten.
Hier gibt es kein moll und keine Punktierung, das Thema erklingt klar abgestuft, harmonisch „rein“ und ca. in dem fortissimo. Das Orchester spielt tutti und wird extra für diesen Satz um mehrere Blasinstrumente erweitert. Ein zweites Thema dehnt den pompösen Eindruck des ersten in das Epische, wobei auch hier C-Dur Grundtonart bleibt.
Einer knappen, die dem Finale vorgelagerte Überführung des 3. Satzes reminiszierenden Überleitung schließt sich eine Wiederholung des Hauptthemas an.
Durch einige Modulationen hindurch führt die Melodie ohne Umschweife zu dem scheinbaren Schlusspunkt: Der vorbereitenden Dominanten folgt aber (auch dies einer der typisch Beethovenschen Überraschungseffekte) kein Endakkord, sondern eine der ausgedehntesten Coden, die die Musikgeschichte kennt. Dem in zwei Lagen exponierten , dann crescendierend noch höher transponierten Fragemotiv (Piccoloflöte) g-c-g-e-d-c-g? und der sich anschließenden Gegenphrase folgt nach einmaliger Wiederholung die finale Stretta , die das Stück nach einer exzessiven Affirmation der Tonika in bezwingend-strahlendem C-Dur seine Vollendung finden lässt.
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